Mehr als nur zwei Sänger

Hallo zusammen,

wollt ihr ein Geheimnis erfahren? Im Grunde handelt es sich bei diesem Beitrag um eine Instagram-Story, die ich gestern Nacht veröffentlicht habe. Da mir vorhin allerdings eingefallen ist, dass ich ja eine eigene Seite besitze, dachte ich, ich nutze die Möglichkeiten, die mir das bietet.

Ein Vorteil dieses Blogs ist, dass ich hier auch Links und Youtube-Videos einbinden kann. Heute möchte ich das nutzen, um meinen Worten mit einer unfassbaren Aufnahme von „Diamonds & Rust“ in der Akustik-Version ein wenig Nachdruck zu verleihen. Ich weiß, mit absoluten Aussagen ist es immer etwas schwierig, aber … Wartet, lasst es mich so sagen: Eventuell wurde bislang nie eine bessere Gesangsleistung dokumentiert.
Es ist nicht nur der überwältigende Ausbruch gegen Ende des Stückes, es sind auch die ruhigen Strophen, während derer mit teilweise fast schon brüchiger Stimme Akzente gesetzt werden. Es ist das Spiel mit der Kraft, die unüberhörbare Tatsache, dass dem Sänger trotzdem zu jedem Zeitpunkt vollkommen bewusst ist, was er da tut. Ich lehne mich vielleicht weit aus dem Fenster, aber das ist schlicht und ergreifend nicht zu überbieten. Und für den Fall, dass es nicht ohnehin aus dem Kontext hervorgegangen wäre: Verantwortlich dafür zeichnet Tim „Ripper“ Owens.

Nun aber genug der Vorrede. Ihr wisst Bescheid und ich begebe mich zu Tisch. Einen schönen Abend wünsche ich!

Gerade über dieses Bild gestolpert und ich liebe es.
Ich muss so 8 oder 9 gewesen sein, als ich mit Priest in Berührung kam. Zumindest war die aktuellste Veröffentlichung damals ziemlich sicher die ’98 Meltdown. Richtig geschehen war es um mich dann kurz darauf mit der Demolition. Gott, was habe ich zu Ripper aufgeschaut, für mich war das der coolste Mensch der Welt.

Heute sehen die Dinge anders aus. Die Ripper-Ära ist nicht mehr als ein kurzes und surreal anmutendes Intermezzo in einer mittlerweile 50 Jahre umspannenden Karriere. Seit bald zwei Dekaden ist Halford wieder zurück und Ripper hat von Iced Earth bis Yngwie Malmsteen alles mitgenommen, was mitzunehmen war. Ich bin verleitet zu sagen, dass sich mit K.K.s neuer Band der Kreis schließt, allerdings klänge das, als wäre Rippers Weg zu Ende … und das ist er definitiv nicht.

Judas Priest und Halford gehören zusammen. Auch ich empfinde das inzwischen so. Zumal ich niemals dessen Legendenstatus infrage stellen würde. Dennoch werden die zwei Studio-Alben mit Ripper viel zu häufig übergangen. Sie mögen durch ihre moderne und härtere Ausrichtung aus dem Rahmen fallen, aber beide bergen das eine oder andere Schmuckstück. Dasselbe gilt selbstverständlich für die Live-Alben jener Zeit.

Unabhängig von alldem halte ich Ripper für den vielleicht besten Sänger, der jemals unter uns gewandelt ist. Ich kenne niemanden sonst, der in der Lage ist, derart kraftvoll und zur selben Zeit so präzise zu singen. Außerdem ist es völlig gleich, worum es geht. Egal ob langsam oder schnell, leise oder laut, Ballade oder … ähm … Nicht-Ballade, es gibt nichts, was dieser Mann nicht auf einem schwindelerregend hohen Niveau darbieten könnte.

Halford und Ripper hier so unverhofft miteinander zu sehen hat mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. So ein „Nicht alles auf dieser Welt ist beschissen“-Lächeln. Mehr wollte ich eigentlich gar nicht sagen. Habe wohl aus Versehen ein bisschen weiter ausgeholt. 😉

Nachtrag: Eine Sache muss ich doch noch kurz loswerden. Vielleicht kennt manch einer von euch den Film „Rock Star“ mit Mark Wahlberg. Dieser basiert lose – äußerst lose – auf Rippers Leben bzw. der Geschichte, wie er zu Priest gekommen ist. Ein klassischer Fall von „beruht auf einer wahren Begebenheit“. Dachte, das könnte in diesem Zusammenhang ganz interessant sein.

Mehr als nur zwei Sänger
                                                        

Kevin Schmidt

Ich wandle zwischen Nostalgie und Zuversicht – das beschreibt mich ganz gut, glaube ich.

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