Nihilismusarchiv – Leere (2017)

Man fragt nicht nach Verständnis, man bittet darum – so will es das kranke Konstrukt der Gesellschaft.
Folgt bitte meinem in sich zerrütteten Beispiel und versteht, dass ich euren Fragen nicht freiwillig ausweiche, sondern gezwungenermaßen.

Ob sich irgendetwas ändern würde, würde die Spirale plötzlich ins Stocken geraten, ist nicht von Bedeutung. Trotzdem durchstreife ich seit Jahren immer wieder spärlich beleuchtete Gedankengänge, wenn das letzte Wort gesprochen wurde.
An wie vielen Türen ich bereits vorbeigegangen bin oder wohin sie geführt hätten, kann ich unmöglich sagen, denn ich habe ihnen selten Beachtung geschenkt. Ich wollte nie wissen, was abseits meines Weges liegt.

Sicher, jede Begebenheit hat ihre Hintergrundgeschichte, die entscheidenden Parameter allerdings bleiben ein Geheimnis. Ein Geheimnis, das auch an dieser Stelle nicht gelüftet werden soll … modriger Duft verstärkt das Gesamtbild.

Ganz egal, wie düster ein Korridor sein mag, vorwurfsvolle Blicke als Konsequenz nie gemachter Fehler treffen einen mindestens zweifach. Die Kunst besteht darin, sie so oft zu erwidern, dass die Betrachter und – noch viel wichtiger – die Verursacher ihre Augen abwenden.
Ausnahmen bestätigen die Regel – und ich nehme mich aus.

Leere stand mir schon immer.

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Nihilismusarchiv – Leere (2017)
                                            

Kevin Schmidt

Ich wandle zwischen Nostalgie und Zuversicht – das beschreibt mich ganz gut, glaube ich.

4 Kommentare zu „Nihilismusarchiv – Leere (2017)

  • 11. Oktober 2021 um 09:58
    Permalink

    Ein schöner, düsterer Text!
    LG, Tala

    Antworten
  • 11. Oktober 2021 um 21:37
    Permalink

    Den musste ich mehrfach lesen, um ihn ansatzweise zu verstehen. Aber ja, sehr tiefgründig. Und es ist sicher spannend, die alten Gedanken von damals zu lesen und heute zu sehen, wo man steht. Der Verweistext hat mir übrigens besonders gut gefallen. Da waren ein paar spannende Gedanken drin, die mich zum nachdenken anregen. Danke dafür. An dieser Stelle überhaupt mal Danke. Ich mag wie du schreibst und deine Art zu denken. Du stupst sanft an, ohne dabei wertend zu sein. Das mag ich. Wer will, nimmt sich was mit. Wer braucht auch. Und der Rest erfreut sich an der Poesie.

    Antworten
    • 12. Oktober 2021 um 13:40
      Permalink

      Ich habe damals sehr gerne so geschrieben, dass man maximal erahnen kann, was ich mit den Zeilen eigentlich sage. So konnte ich Dinge loswerden, ohne sie wirklich aussprechen zu müssen. Außerdem habe ich schon immer gern mit Worten gespielt und Stimmungen kreiert.
      Ich bedanke mich aufrichtig für das Lob. Das ist die Art von Feedback, die mir besonders viel bedeutet. Danke, Claudia. 🙂

      Antworten

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