Der Kühlschrank und das Meer

Absolute Stille. Nun ja, beinahe. Gerade hat ein einzelner Vogel eine verhaltene Melodie gezwitschert und außerdem surrt der Kühlschrank ganz leise vor sich hin. Aber spricht nicht gerade das für die absolute Stille? Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen, woanders schon einmal das kaum vernehmbare Surren eines Kühlschranks bemerkt zu haben. Unfassbar. Und kennt ihr diese Geräusche, die es eigentlich gar nicht gibt? Kennt ihr die Momente, in denen es zu ruhig für eure Ohren ist? In denen es ein wenig klingt, als hättet ihr ein hochfrequentes Summen im Ohr? So unscheinbar, dass es zu verschwinden scheint, wenn ihr euch darauf konzentriert? Ich schätze, es ist mit jenem vergleichbar, das man hört, wenn man sich Muscheln ans Ohr hält. Kaum zu glauben, doch trotz Kühlschrank ist es tatsächlich so still, dass sich die leisesten Klänge in meinen Ohren zu einem weit, weit entfernten Wellenrauschen verbinden. Jetzt habe ich Bilder vom Meer vor Augen. Aber wisst ihr was? Ich verspüre keine Sehnsucht. Nicht nach dem Meer. Denn ich bin hier.

Ja, ich bin zurück. So langsam mag es inflationär klingen, aber einmal sage ich es noch: Ich bin wieder in Schweden, ich bin wieder in der Natur, ich bin wieder da, wo ich hingehöre. Und das Beste daran ist, dass es sich ein wenig anfühlt, als wäre ich nie weggewesen. Ich meine, ich hatte mit der Besserung meines Befindens gerechnet, aber nicht damit, dass sie so schlagartig vonstattengehen würde. Im Vergleich zu letzter Woche bin ich unglaublich entspannt, zuversichtlich und motiviert. Was mich direkt zum nächsten Punkt bringt.

So ganz allmählich muss ich schauen, dass ein wenig Geld in die Kasse kommt. Ich habe zwar noch gute Rücklagen, aber um nichts in der Welt möchte ich nächstes oder übernächstes Jahr gezwungen sein, in ein gewöhnliches Alltagsleben zurückzukehren. Deshalb werde ich fortan mehr Zeit in den Aus- oder eher Aufbau meines Freiberuflerdaseins stecken. Ich werde versuchen, irgendwie Fuß zu fassen, und ein paar Jobs als Übersetzer/Korrekturleser/Lektor oder Vergleichbares an Land zu ziehen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich diesen Blog auf den zweiten Platz meiner Prioritätenliste verfrachte. Immer noch eine ansehnliche Position, sicher, aber eine Veränderung nichtsdestoweniger. Der grobe Fahrplan sieht vor, dass ich künftig einen Beitrag pro Woche veröffentliche. Bei gegebenem Anlass kann es auch einmal einer mehr werden, aber einer zumindest ist fix – denn aller Frei- und Lockerheit zum Trotz schadet eine gewisse Routine nicht, würde ich behaupten.
Was das Thema Freelancing angeht: Wenn ihr Erfahrungen in dem Bereich oder sonstige Tipps für mich habt, immer her damit. Ich stehe ganz am Anfang und bin für jede Hilfe dankbar.

Und damit verabschiede ich mich vorerst auch schon wieder. Meine Schwester und mein Neffe haben mich nach Schweden begleitet und sind noch bis nächsten Donnerstag zu Besuch, weswegen ich mich jetzt mal unter die Leute mischen werde. Ich melde mich nächste Woche mit einem Beitrag zurück, den ich schon vor über einem Monat verfasst habe. Ich freue mich sehr darauf, ihn endlich präsentieren zu dürfen, denn obwohl ich von Anfang an äußerst zufrieden mit ihm war, schien der Zeitpunkt für seine Veröffentlichung bislang nie ganz passend zu sein – kommender Montag scheint mir jedoch stimmig. Bis dahin wünsche ich eine geruhsame Zeit. Macht es gut!

Kevin

Der Kühlschrank und das Meer
                                                        

Kevin Schmidt

Ich wandle zwischen Nostalgie und Zuversicht – das beschreibt mich ganz gut, glaube ich.

8 Kommentare zu „Der Kühlschrank und das Meer

  • 11. August 2021 um 11:05
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    Hey Kevin, schön zu lesen, dass du wieder zu Hause bist! 🌸🌻🌺
    Genieß die Zeit mit Schwester und Neffe und ich freue mich bereits jetzt schon auf deinen angekündigten Beitrag, kommende Woche. Bis dahin liebe Grüße Bea

    Antworten
  • 11. August 2021 um 12:10
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    Du scheinst kein „Ohrenmensch“ zu sein wenn dir solche Töne erst jetzt auffallen Kevin. Hast du schon einmal bewusst den Schnee fallen gehört? Das geht auch mitten im der Stadt. 😊
    Ein gutes Ankommen dir.
    LG, Nati

    Antworten
    • 11. August 2021 um 17:52
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      Hm, ich glaube eher, das mich die hintergründige Geräuschkulisse in der Stadt überfordert. Dann machen meine Ohren dicht. 😉
      Vielen Dank!

      Antworten
  • 11. August 2021 um 17:13
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    Win gutes ankommen und noch besseres Bleiben auch von mir. Du machst es spannend….

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    • 11. August 2021 um 17:55
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      Ganz lieben Dank. 🙂
      Uh, ich wollte keine hohen Erwartungen wecken, das war nicht meine Intention – nachher werde ich ihnen sonst nämlich möglicherweise nicht gerecht. 😀

      Antworten

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