Mit den Augen eines Kindes  – Das Auto.

Des einen Freud ist des anderen Leid.
Ohne Frage, für das Auto ist es wunderbar, dass da jemand (und dieses Mal nicht einfach nur Läute – der Autor langweilt definitiv nicht mit den immer gleichen Handlungsmustern) kam und sein Alleinsein beendete. Dennoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Mäner, die fortan jeden Tag zur Arbeit ferten, womöglich in einem Hamsterrad gefangen und somit ihrerseits äußerst unglücklich gewesen sein könnten.

Selbstverständlich muss das Werk mit dem Titel „Das Auto.“ im Kontext seiner Zeit betrachtet werden, und in den späten 90ern waren Begriffe wie „Work-Life-Balance“ nicht nur aufgrund ihres Ursprungs in der englischen Sprache noch absolute Fremdwörter. Folglich wäre es vermessen, Klein-Kevin so etwas anzukreiden. Zudem lässt sich gar nicht mit Gewissheit sagen, er hätte nicht auf genau solche Missstände aufmerksam machen wollen.
Da wir letztlich im Trüben fischen, bleibt uns nur, die Geschichte zu genießen – und genießen lässt sie sich auf jeden Fall!

DAS AUTO.

ES WAR EiN MAL EiN EiN
SAMES AUTO DOCH
DAN KAMEN
MÄNER UND
SCHDiGEN EiN
UND FERTEN
JEDEN TAG
MiT DEM AUTO
iN DiE ARBEiT
DAN LACHTE DAS AUTO WiDER.

Kevin Schmidt, 1998

(Zu den anderen Geschichten)

Mit den Augen eines Kindes – Das Auto.
                                                        

Kevin Schmidt

Ich wandle zwischen Nostalgie und Zuversicht – das beschreibt mich ganz gut, glaube ich.

5 Kommentare zu „Mit den Augen eines Kindes – Das Auto.

  • 14. Juni 2021 um 18:25
    Permalink

    Hi Kein,
    auf einsame und dann lachende Autos kommen auch nur Kinder; es ist herrlich!
    Lassen wir mal dahingestellt, ob die Männer unglück waren, ich denke eher nicht, denn Ende der 90er konnten sie sich glücklich schätzen einen Job zu haben. Das stelle ich jetzt einfach mal so hin. Ich denke Klein-Kevin war es egal – er hat sich lieber mit den Buntstiften beschäftigt und das ist gut so! Schönes Bild wieder! Was ist vorne auf dem Auto drauf? Eine Antenne?
    Sonnige Abendgrüße, Joana

    Antworten
    • 16. Juni 2021 um 09:12
      Permalink

      Man weiß es nicht, unterschätze Klein-Kevin nicht. Aber überschätze auch Groß-Kevin nicht. Ich weiß gar nicht, wie die wirtschaftliche Lage Ende der 90er aussah, also hast du womöglich recht. 😉
      Ja, das ist wohl eine Antenne. 😅
      Danke dir und liebe Grüße zurück!

      Antworten
  • 15. Juni 2021 um 12:10
    Permalink

    Lieber Kevin,
    was für ein Beitrag und welch tolles Auto! Ich wurde direkt in die Zeit mit meinen Kindern hineinversetzt – und erinnere mich, etwas wehmütige, an ihre Bilder und Gedanken zum Leben und zu den Dingen, die sie umgeben.
    Danke dir dafür, dass du einen Erinnerungsprozess in Gang gesetzt hast.
    Liebe Grüße
    Judith

    Antworten

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