Mit den Augen eines Kindes – Das Haus.

Es ist zwar schwer zu glauben, aber auch ich war einmal ein kleiner Junge. Ein kleiner, unschuldiger Junge, der die Welt mit den Augen eines Kindes gesehen hat – eine faszinierende Perspektive. Das weiß ich, weil dieser Junge sich damals entschloss, seine Sicht der Dinge zu dokumentieren, und ich nach langen Jahren über die Ergebnisse dessen gestolpert bin.

Ich habe zwei Werke vorliegen: Einen Micky-Maus-Block randvoll mit erheiternden Geschichten und den zugehörigen Bildern, und ein sechzehnseitiges Schulheft, das allerdings nur eine Handvoll Erzählungen aus dem Alltag eines gewissen Max enthält. Datiert ist Ersteres auf 1998, zumindest ziert eine Bleistiftzeichnung dieser Zahl kunstvoll den Kartonrücken, folglich müsste ich so sechs oder sieben gewesen sein, als ich meine Schriftstellerkarriere ernsthaft in Angriff nahm. Max‘ Erlebnisse dürften ein klein wenig später entstanden sein, da ich dort bereits die Schreibschrift verwendete – den Kindern heutzutage wird die gar nicht mehr beigebracht, oder?

Übrigens weiß ich noch sehr genau, weshalb ich jenen Micky-Maus-Block nutzen durfte, um meiner Kreativität Ausdruck zu verleihen. Es war nämlich so, dass wir für die Schule einen gelochten Block benötigten, meine Eltern aus irgendwelchen Gründen jedoch ein ungelochtes Exemplar erworben hatten. Kein Problem, kann man ja selber machen. Das dachte sich Klein-Kevin auch – herausgestellt hat sich allerdings, dass zumindest er das nicht konnte. Das Ergebnis sah dann nämlich so aus:

Man beachte die professionelle Lochung am rechten Seitenrand

Glück im Unglück. Klein-Kevin sei Dank hat Groß-Kevin heute nämlich eine wundervolle Sammlung bunter Bilder und Worte vorliegen und kann sie mit euch teilen.
Fangen wir mit der ersten Geschichte des Blocks an. Diese trägt den Titel „Das Haus.“ – viel Spaß wünsche ich!

DAS HAUS.

ES WAR EiN
MAL EiN EiN
SAMES

HAUS
BIS EiN
MAL
LÄUTE
KAMEN. DAN
LACHTE DAS HAUS
WiDER …

Kevin Schmidt, 1998

(Zu den anderen Geschichten)

Mit den Augen eines Kindes – Das Haus.
                                            

Kevin Schmidt

Ich wandle zwischen Nostalgie und Zuversicht – das beschreibt mich ganz gut, glaube ich.

18 Kommentare zu „Mit den Augen eines Kindes – Das Haus.

  • 27. Mai 2021 um 13:43
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    Lieber Kevin, irgendwie berühren mich Deine Texte wahnsinnig und ich bin sehr froh, auf Dein Blog gestoßen zu sein. Du bist ein großes Talent und Dein Schreibstil ist der Hammer. Hoffentlich schreibst Du auch mal ein Buch! Großen Respekt und ganz liebe Grüße von der Küste! Mayk

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    • 27. Mai 2021 um 16:34
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      Hey Mayk,

      vielen, vielen Dank für deine lieben Worte, ich weiß das sehr zu schätzen. Ich glaube zwar ehrlich gesagt, dass mir kürzere Texte besser liegen, aber wer weiß, was die Zukunft bringt. 😀

      Ganz liebe Grüße zurück!

      Antworten
      • 27. Mai 2021 um 21:33
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        Das Buch könnte eine Sammlung von Essays, Kurzgeschichten und Aphorismen werden und wäre sicher des Lesens wert.
        LG Michael

        Antworten
        • 28. Mai 2021 um 10:37
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          Das wäre sogar eine Überlegung wert. 🤔 Wer weiß, eines Tages vielleicht. Momentan bin ich hiermit ganz gut ausgelastet. 😉
          Ich bedanke mich auf jeden Fall!

          Antworten
  • 27. Mai 2021 um 17:18
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    Da kann die Welt aber froh sein, dass das mit dem Lochen noch nicht ganz so perfekt geklappt hat! 😉
    LG
    Sabiene

    Antworten
  • 28. Mai 2021 um 09:45
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    Der kleine Kevin hatte eine dadaistische Ader 😊 Hallo erstmal. Dein Blog macht Spaß und ich freue mich einfach immer über tiefgründige Menschen mit Humor! Frollein W.

    Antworten
    • 28. Mai 2021 um 10:42
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      Hallo Frollein. 😀
      Ja, das hatte er wohl. Warte mal ab, die wird noch viel deutlicher zur Geltung kommen. 😉
      Ganz lieben Dank für das Lob!

      Antworten
  • 28. Mai 2021 um 17:23
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    Moin, total goldig die kleine Hausgeschichte! Ist schon erstaunlich womit man sich als Kind so beschäftigt! Ich bin gepsannt welche Kostbarkeiten du uns aus deinem Block noch anvertraust! – Übrigens ist der doch super gelocht 😉 Besser bekommen es manche Lehrer in den Schulen auch nicht hin und ja, die heutigen Kids lernen tatsächlich keine ordentliche Schreibschrift mehr, vereinfachte Ausgangsschrift… von Schönschrift ganz zu schweigen… Okay, ich habe es früher gehasst, weiß aber auch heute erst zu schätzen, wenn ich sehe, was Kinder (und Lehrer) da manchmal so aufs Papier bringen!
    Liebe Wochenendgrüße, Joana

    Antworten
    • 29. Mai 2021 um 09:40
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      Hi Joana, danke dir!

      Ja, das kann sehr interessant sein. Ohne zu viel Eigenwerbung machen zu wollen: Glaub mir, da warten noch sehr faszinierende Geschichten darauf, veröffentlicht zu werden. 😀
      Haha, alles klar. Vielleicht war ich im Umgang mit dem Locher doch versierter als gedacht. 😉
      Na ja, es ist nicht so, dass ich die Schreibschrift sonderlich lange genutzt hätte. Sobald es gestattet war, habe ich wieder zur Druckschrift gewechselt. Aber was ist denn diese „Vereinfachte Ausgangsschrift“? 🤔

      Liebe Wochenendgrüße zurück!

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      • 1. Juni 2021 um 13:21
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        Besser spät als nie… Also die vereinfachte Ausgangsschrift ist eine Mischung auch Druck- und Schreibschrift. Etwas gewöhnungsbedürftig. Eine gewaltige Problematik bei uns war, ein Kind lernt so, das andere so … mit dem Ergebnis dass beide nur schwer lesen konnten was der andere geschrieben hat.

        Antworten
  • 1. Juni 2021 um 21:13
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    Ohne auf die kleine Geschichte des Mini-Kevins einzugehen, möchte ich dir aus erster Hand mitteilen, dass sämtliche Schulkinder tatsächlich noch immer die Schreibschrift erlernen. Und auch erst, wenn sie alle ganz brav, ein engtsprechendes Heft mit Übungen komplett vollgeschrieben haben, dürfen sie ihren „Füllerführerschein“ erwerben und ab da an, stolz wie Oskar, mit einem Füller ihre Hefte bekritzeln. Die neue Schreibschrift finde ich persönlich übrigens viel komplizierter, als die, welche unsere Generation noch erlernt hat. Irgendwie unhandlich und es gibt teilweise nun drei varianten, je nachdem ob ein buchstabe am Anfang eines Wortes, in der Mitte oder am Ende steht. Beim kleinen z will man anscheinend, dass sich die Kinder beim Schreiben die Finger verknoten oder das Handgelenk brechen. Aber sei es drum. Irgendwer, der viel Schlauer ist als ich, wird sich da schon was bei gedacht haben 😉 Lg Tally ❤

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    • 2. Juni 2021 um 14:33
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      Hey Tally, vielen lieben Dank für diese Zusatzinfos! 🙂
      Ja, es wird schon seine Gründe haben, die muss man manchmal eben einfach nicht verstehen. 😉
      Liebe Grüße zurück. 🙂

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