Wir allein

Ich stehe hier, vermeintlich unfähig, mich zu rühren. Ich bewege mich nur in Gedanken fort. Gleichwohl ist mir dieser Ort fremd, denn gestern war ich noch ganz woanders.

Du bist wandelbar. So wandelbar, dass es schwierig ist, mehr als vage Umrisse deiner Gestalt zu erkennen. Und doch bist du die Manifestation aller verbleibenden Hoffnung.

Sie ist nicht mehr als ein unbedeutendes Stück eines präsenten Gestern. Sie war einmal, was du nun bist, aber sie ist mit dem Rest der Hoffnung verstorben.

Wir sind ein Wunsch. Ein Wunsch, der mir das quälende Ich nimmt. Wir sind mehr als die Summe unserer Teile und wir suchen uns irgendwo im tosenden Jubel der Masse.

Ihr sprecht zu mir. Ihr sprecht nicht zu uns. Wir existieren für euch nicht. Mir fällt es allerdings schwer, euch zu glauben, da ihr Teil der jubelnden Masse seid – egal wie vehement ihr es bestreitet.

Sie haben kein Interesse, mir zu folgen. Egal, wo ich stehe und wo ich schon stand, sie haben sich nicht gerührt. Ich sah sie schon deutlicher, ich habe sie aber auch schon aus den Augen verloren. Nur leugne ich das in diesem Moment.

Wir allein
                                                                        

Kevin Schmidt

Ich wandle zwischen Nostalgie und Zuversicht – das beschreibt mich ganz gut, glaube ich.

3 Kommentare zu „Wir allein

  • 8. Mai 2021 um 00:35
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    Die Bereitschaft, Menschen als Teil einer amorphen Masse zu betrachten?
    Es gibt kein Wir, nur ein Ihr.
    Es gibt keine Hoffnung, worauf und wozu?
    Es gibt keine Dankbarkeit, wem gegenüber und wofür?
    Es gibt das Hier und Jetzt, lass es uns teilen und uns daran freuen.
    LG Michael

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  • 19. Mai 2021 um 11:19
    Permalink

    Die Hoffnung stirbt plattitüder Weise als Floskel zuletzt. Sie ist auch eine Zeitdiebin, vermag viel wertvolle Lebenszeit für sich in Anspruch nehmen. So sie dann und wann unaufgenötigter Weise zuerst stirbt, vermag sich das individuelle Leben als das offenbaren was es Hier&Jetzt ist … zeigt mehr als nur Potenzial zum verantwortungsvollem Handeln auf und geleitet Menschen auf ganz natürlicher Weise in die Realisierung ihrer ureigensten Sehnsüchte die nicht mehr suchen. Was ich damit implizieren mag ist das Umarmen der Unsicherheit. Wenn nichts wirklich sicher ist … ist alles möglich.
    liebe Grüße
    MUNAY
    [youtube https://www.youtube.com/watch?v=kcClJhrqcmM&w=881&h=450%5D

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